Nach vier Tagen Dienstreise ging es am Donnerstag endlich wieder zurück zur Familie – und ganz ehrlich: So schön es war, mal rauszukommen, neue Menschen zu treffen und den beruflichen Horizont zu erweitern, so schön ist auch die Rückkehr ins Vertraute.

Der Start der Reise war allerdings alles andere als entspannt. Eigentlich sollte ein Firmenwagen bereitstehen – doch der war einfach weg. Offenbar hatte sich jemand anderes den Wagen geschnappt. Ein Ersatzfahrzeug? Fehlanzeige. Das war schon vergeben, kaum dass wir versucht hatten, es zu buchen. Also blieb uns nichts anderes übrig, als das eigene Auto zu nehmen. Immerhin waren meine Kollegin und ich flexibel genug, um nicht direkt die Nerven zu verlieren.

Am Ziel angekommen, lief dann aber alles deutlich besser. Die Meetings waren spannend und produktiv. Es ist immer wieder faszinierend zu sehen, wie unterschiedlich Themen aus verschiedenen Betrieben angegangen werden – und wie viel man voneinander lernen kann. Auch das Rahmenprogramm konnte sich sehen lassen: Ein gemeinsamer italienischer Abend mit der gesamten Gruppe und ein Besuch im Lochgefängnis in Nürnberg. Wer es nicht kennt: Das ist ein mittelalterliches Gefängnis mit originalen Zellen und einem ziemlich düsteren Charme. Spannend, aber auch ein bisschen beklemmend.

Tolles Seminar – mäßiges Hotel 

So viel Licht – doch leider auch Schatten: das Hotel. Puh. Zwei bis drei Sterne wären wohl eine faire Bewertung. Die Duschfugen? Teilweise schwarz. Das Essen? Durchwachsen. Die Brötchen weich, das warme Essen manchmal kalt, und das angeblich „medium“ gebratene Fleisch war stellenweise noch roh. Kein Genuss.

Und dann die Bar. Am ersten Abend gab’s noch Weizenbier – ab dem zweiten war’s aus. Für den Rest der Reise. ( 4 Tage ) Und wurde auch nicht nachbestellt. Sorry, aber das geht einfach nicht! Gerade wenn man nach einem langen Tag mit guten fachlichen Gesprächen noch einen gemütlichen Abschluss sucht.

Der Barbereich des Hotels 

Aber das alles konnte die Stimmung im Team nicht trüben. Die Betriebsräte aus ganz Deutschland waren eine tolle Truppe. Offen, freundlich, witzig – wir haben viel gelacht und eine gute Zeit gehabt. Ich hoffe wirklich, dass man sich bei einem der nächsten Lehrgänge wieder über den Weg läuft.

Ein ganz großes Lob und geht an unseren italienischen „Mafiosi“ der Seminarleiter war, sowie an die sehr nette, sehr kompetente Rechtsanwältin, die als Referentin dort war. So wie ein großes Lob an die W.A.F.

Da fährt man so weit und trifft Kollegen aus dem Nachbarort

Ein besonders kurioser Moment: Zwei Teilnehmende kamen aus Eichenzell und Gersfeld – direkt aus meiner Nähe. Da fährt man hunderte Kilometer weit, nur um Leute kennenzulernen, die fast Nachbarn sind. Und dann war da noch diese eine Frau… Meine Kollegin, ich und sogar sie selbst hatten sofort das Gefühl, sich irgendwoher zu kennen. Aber niemand konnte genau sagen, woher. Irgendwie verrückt – aber genau solche Begegnungen machen solche Reisen besonders.

An dem Tag, wo ich diese Zahlen schreibe, bin ich schon längst wieder mit der regulären Arbeit und Schwimmbad beschäftigt und dank dem erweiterten Wissen auch wieder neue Aufgaben.